Prototyp, MVP oder Pilot: Was brauchst du wirklich?
Proof of Concept, Klickdummy, Prototyp, MVP, Pilot: In Gesprächen über neue Produkte fallen diese Begriffe ständig, und fast jeder meint damit etwas anderes. Das ist nicht nur ein Sprachproblem. Wer den falschen Schritt wählt, baut entweder zu früh zu viel oder testet zu lange mit Attrappen.
Hier bekommst du die Unterschiede in klarer Sprache und eine einfache Entscheidungshilfe.
Die Begriffe in einem Satz
- Proof of Concept: Beweist, dass etwas technisch machbar ist. Sieht meist nach nichts aus.
- Prototyp oder Klickdummy: Zeigt, wie das Produkt aussehen und sich bedienen lassen soll. Funktioniert nicht wirklich, fühlt sich aber so an.
- MVP: Die kleinste funktionierende Version, mit der echte Nutzer einen echten Zweck erledigen.
- Pilot: Ein MVP im echten Einsatz, mit echten Nutzern, echten Daten und echtem Betrieb über einen festen Zeitraum.
Der Vergleich
| Proof of Concept | Prototyp | MVP | Pilot | |
|---|---|---|---|---|
| Beantwortet | Geht das technisch? | Verstehen Nutzer es? | Nutzen und zahlen sie? | Funktioniert es im Alltag? |
| Funktioniert wirklich | teilweise | nein | ja | ja |
| Typische Dauer | Tage | etwa eine Woche | Wochen | Wochen bis Monate |
| Aufwand | gering | gering | mittel | mittel bis hoch |
Wann du mit einem Prototyp startest
Ein Prototyp ist der richtige Start, wenn die größte Unsicherheit bei den Nutzern liegt: Verstehen sie das Angebot? Finden sie den Weg durch den Ablauf? Wollen sie das überhaupt?
Typische Situationen:
- Du musst intern überzeugen, bevor Budget freigegeben wird.
- Du willst mit fünf bis zehn potenziellen Kunden sprechen und ihnen etwas zeigen.
- Du bist dir beim Ablauf noch nicht sicher und willst Varianten vergleichen.
Ein guter Prototyp kostet einen Bruchteil eines MVP und spart oft Wochen, weil Fehler auffallen, bevor sie programmiert sind. Bei Framepass heißt dieser Schritt Sprint: In etwa einer Woche geht es von der Idee zu Konzept, Scope und klickbarem Prototyp.
Wann ein MVP die richtige Wahl ist
Ein MVP brauchst du, wenn du echtes Verhalten sehen willst, nicht nur Meinungen. Menschen sagen im Interview oft ja und handeln später anders. Erst wenn sie sich registrieren, Daten eingeben oder bezahlen, weißt du, ob dein Produkt trägt.
Ein MVP ist sinnvoll, wenn:
- das Problem und der grobe Ablauf klar sind,
- du wissen willst, ob Menschen das Produkt wiederholt nutzen oder dafür zahlen,
- du Daten für die nächste Investitionsentscheidung brauchst.
Wie du ein MVP planst und was es kostet, steht im Artikel MVP entwickeln lassen.
Was einen Pilot ausmacht
Ein Pilot geht einen Schritt weiter: Das Produkt läuft im echten Betrieb, oft in einem Unternehmen, mit einer begrenzten Gruppe und einem festen Zeitraum. Hier zählen Dinge, die im MVP noch zweitrangig waren: Stabilität, Datenschutz, Support und die Anbindung an bestehende Systeme.
In der Praxis verschwimmen MVP und Pilot oft. Bei Framepass heißt das Paket für diesen Schritt deshalb Pilot: ein funktionierender Kernflow, live, der mit echten Nutzern oder intern im Betrieb getestet wird.
Fünf Fragen für deine Entscheidung
- Ist technisch unklar, ob es überhaupt geht? Dann starte mit einem Proof of Concept.
- Ist unklar, ob Nutzer das Angebot verstehen? Dann starte mit einem Prototyp.
- Weißt du, was du bauen willst, aber nicht, ob es genutzt wird? Dann brauchst du ein MVP.
- Muss es im Alltag eines Unternehmens funktionieren? Dann plane einen Pilot mit festem Zeitraum und klaren Erfolgskriterien.
- Hast du schon ein funktionierendes Produkt? Dann geht es um Weiterentwicklung und nicht mehr um den ersten Schritt.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Prototyp und MVP?
Ein Prototyp zeigt, wie ein Produkt aussehen und sich bedienen lassen soll, funktioniert aber nicht wirklich. Ein MVP ist die kleinste funktionierende Version, mit der echte Nutzer einen echten Zweck erledigen.
Was ist ein Klickdummy?
Ein Klickdummy ist ein klickbarer Prototyp: Bildschirme sind miteinander verknüpft, sodass sich der Ablauf durchspielen lässt, ohne dass im Hintergrund echte Logik läuft.
Was ist ein Proof of Concept?
Ein Proof of Concept zeigt, dass eine Idee technisch machbar ist. Er beantwortet eine technische Frage, nicht die Frage, ob Nutzer das Produkt wollen.
Womit sollte ich starten?
Mit dem Schritt, der deine größte Unsicherheit am günstigsten beantwortet: bei technischen Zweifeln mit einem Proof of Concept, bei Zweifeln am Nutzerverständnis mit einem Prototyp, für den Test echter Nutzung mit einem MVP.
Fazit
Die Begriffe sind weniger wichtig als die Frage dahinter: Was musst du als Nächstes wissen, und was ist der günstigste Weg zu dieser Antwort? Wer diese Frage ehrlich beantwortet, spart sich teure Umwege, egal wie der Schritt am Ende heißt.
